Ratgeber zur Behandlung altersbedingter Makuladegeneration: Häufige Symptome, Medikamente, Ernährungsumstellung
Altersbedingte Makuladegeneration verändert oft schleichend das Sehen und wirft viele Fragen zu Symptomen, Diagnose, Medikamenten und Ernährungsumstellung auf. Dieser Ratgeber erklärt in verständlicher Sprache, worauf Sie achten sollten, wie die Augenärztin oder der Augenarzt vorgeht und welche Behandlungs- sowie Alltagsstrategien in Deutschland eine Rolle spielen.
Altersbedingte Makuladegeneration, kurz AMD, ist eine der häufigsten Ursachen für eine schwere Sehverschlechterung im höheren Lebensalter. Dabei wird vor allem das zentrale Sehen beeinträchtigt, während das äußere Gesichtsfeld lange erhalten bleiben kann. Viele Betroffene können Gesichter nicht mehr richtig erkennen oder Kleingedrucktes kaum lesen, obwohl sie seit Jahren gut mit einer Brille zurechtkamen.
Dieser Artikel ist für Informationszwecke bestimmt und sollte nicht als medizinischer Rat verstanden werden. Bitte wenden Sie sich für eine persönliche Beratung und Behandlung an eine qualifizierte medizinische Fachkraft.
Symptome der Makuladegeneration erkennen
Die typischen Symptome der Makuladegeneration entwickeln sich häufig schleichend. Anfangs fällt vielen Menschen nur auf, dass Lesen anstrengender wird, Kontraste schlechter wahrgenommen werden oder mehr Licht zum Sehen benötigt wird. Charakteristisch ist, dass vor allem die Mitte des Gesichtsfeldes betroffen ist, während die Ränder noch relativ gut funktionieren.
Zu den häufig genannten Symptome der Makuladegeneration gehört das Sehen von verzerrten Linien, etwa wenn gerade Kanten plötzlich wellig erscheinen. Auch ein dunkler oder grauer Fleck in der Bildmitte kann auftreten. Farben wirken mitunter blasser, und Gesichter lassen sich aus normaler Entfernung nicht mehr klar erkennen. Treten solche Anzeichen auf, sollte zeitnah eine augenärztliche Untersuchung erfolgen, um andere Ursachen auszuschließen und eine mögliche AMD früh zu entdecken.
Augenuntersuchung bei Makuladegeneration
Die Augenuntersuchung bei Makuladegeneration beginnt meist mit einem ausführlichen Gespräch über bisherige Beschwerden, Vorerkrankungen und Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder familiäre Belastung. Anschließend wird die Sehschärfe geprüft und die Netzhaut nach Pupillenerweiterung mit speziellen Linsen sorgfältig betrachtet. So kann die Augenärztin oder der Augenarzt typische Ablagerungen (Drusen) oder Veränderungen in der Makula erkennen.
Häufig wird zusätzlich ein sogenanntes Amsler-Gitter eingesetzt, ein einfaches Raster, mit dem Verzerrungen im zentralen Sehen aufgedeckt werden können. Zur genaueren Beurteilung dient die optische Kohärenztomographie (OCT), eine Art Schichtaufnahme der Netzhaut. Sie zeigt, ob Flüssigkeit oder Blut unter der Netzhaut eingelagert ist, was auf eine feuchte Form der AMD hinweisen kann. Je nach Befund werden Kontrollabstände und ein individuelles Behandlungskonzept festgelegt.
Behandlung der Makuladegeneration und Alltag
Die Behandlung der Makuladegeneration hängt von der Form der Erkrankung ab. Bei der häufigeren trockenen Form stehen derzeit vor allem Kontrollen, eine Anpassung des Lebensstils und gegebenenfalls spezielle Nahrungsergänzungsmittel im Vordergrund. Ziel ist es, das Fortschreiten zu verlangsamen und die noch vorhandene Sehleistung möglichst lange zu erhalten. Wichtig sind der Verzicht auf Rauchen, eine gute Kontrolle von Blutdruck und Blutfetten sowie regelmäßige augenärztliche Untersuchungen.
Bei der feuchten Form kommen in vielen Fällen Medikamente zum Einsatz, die direkt in das Auge gespritzt werden. Diese Wirkstoffe hemmen bestimmte Botenstoffe, die unkontrolliertes Gefäßwachstum und Flüssigkeitsaustritt in der Netzhaut fördern. Die Injektionen erfolgen in festgelegten Abständen in einer sterilen Umgebung durch eine erfahrene Augenärztin oder einen erfahrenen Augenarzt. Ziel ist in der Regel nicht, das ursprüngliche Sehvermögen vollständig wiederherzustellen, sondern eine weitere Verschlechterung zu bremsen oder im besten Fall zu stabilisieren.
Neben der medikamentösen Behandlung kann eine gezielte Ernährungsumstellung sinnvoll sein. Empfohlen wird häufig eine vollwertige, eher mediterran ausgerichtete Kost mit viel grünem Blattgemüse, farbigem Obst, Fisch, Nüssen und hochwertigen Pflanzenölen. Diese Lebensmittel enthalten unter anderem Lutein, Zeaxanthin und Omega-3-Fettsäuren, die in Studien mit einem möglichen Schutz der Netzhaut in Verbindung gebracht wurden. Nahrungsergänzungsmittel sollten jedoch nur nach Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal eingenommen werden, da Zusammensetzung und Dosierung zur individuellen Situation passen müssen.
Eine weitere Säule in der Behandlung der Makuladegeneration ist die Anpassung des Alltags. Vergrößernde Sehhilfen, Lupen, spezielle Bildschirmlesegeräte oder eine gute Beleuchtung können helfen, weiterhin selbstständig zu lesen, zu kochen oder sich in der Wohnung sicher zu bewegen. In vielen Regionen Deutschlands gibt es spezialisierte Beratungsstellen für sehbehinderte Menschen, die bei der Auswahl geeigneter Hilfsmittel unterstützen und Schulungen im Umgang damit anbieten.
Langfristig ist es wichtig, regelmäßig zu prüfen, ob sich das Sehen verändert. Viele Betroffene kontrollieren zu Hause mit einem einfachen Gittermuster, ob Linien plötzlich verzerrt erscheinen oder neue Schatten in der Mitte des Blickfeldes auftreten. Bei jeder auffälligen Veränderung sollte schnell eine augenärztliche Praxis aufgesucht werden, insbesondere wenn eine bekannte Makuladegeneration besteht. So können Behandlungsmöglichkeiten rechtzeitig ausgeschöpft und vorhandene Sehfunktionen bestmöglich erhalten werden.
Am Ende bleibt festzuhalten, dass die altersbedingte Makuladegeneration zwar eine chronische Erkrankung ist, deren Verlauf sich jedoch häufig beeinflussen lässt. Ein gutes Verständnis der Symptome, eine konsequente Augenuntersuchung bei Makuladegeneration, die passende Behandlung und eine angepasste Ernährungs- und Lebensweise tragen dazu bei, mit der Diagnose selbstbestimmt umzugehen und vorhandenes Sehvermögen so lange wie möglich zu bewahren.